Geschichte und Gegenwart des Schlepp- und Passagierbootes der Do X
Begleiterin der Do X
Nach der Fertigstellung der legendären Do X wurde sie von den Begleitbooten MS Altenrhein und der „Manzell“ hinaus auf den Bodensee geschleppt und nach der Landung wieder sicher in den Hafen zurückgebracht. Auch die beiden für Italien gebauten Do-X-Flugboote sowie weitere in Altenrhein entstandene Flugboote wurden von den beiden Schiffen begleitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlieren sich die Spuren beider Schiffe zunehmend. Die MS Altenrhein blieb weiterhin in der Schweiz registriert und soll zeitweise auf den großen Seen unterwegs gewesen sein. Wie lange die „Manzell“ noch im Einsatz war, ist heute nicht mehr bekannt.
Weitere Informationen finden sich unter anderem bei Wikipedia – Altenrhein (Schiff) sowie Wikipedia – Dornier Do X.
Im Jahr 2019 begann ein neues Kapitel in der Geschichte der MS Altenrhein. Das Schiff lag damals im elsässischen Mühlhausen an Land aufgebockt. Äußerlich machte die Altenrhein zunächst einen sehr gepflegten Eindruck. Bei genauerer Untersuchung zeigte sich jedoch, dass sich der Rumpf in deutlich schlechterem Zustand befand als zunächst angenommen. Aus diesem Grund entschied sich der damalige Eigentümer, die Altenrhein dem Dornier Museum zu schenken. Für den anschließenden Transport mussten zunächst die Aufbauten entfernt werden, die der vorherige Besitzer einst aus massivem Edelholz hatte anfertigen lassen. Diese wurden vollständig abgebaut, um das Schiff transportfähig zu machen.
Mehr als eine maritime Randnotiz
So konnte der Rumpf schließlich nach Friedrichshafen in die Michelsen Werft transportiert werden. Da dort zunächst nicht genügend Platz zur Verfügung stand, wurde die MS Altenrhein vorübergehend in einer Halle am Flughafen untergebracht.
Dort begann die umfangreiche Restaurierung: Der Rumpf wurde vollständig entkernt, außen abgeschliffen und sorgfältig untersucht, um den Zustand des Schiffes genau zu dokumentieren. Schließlich mussten der Kiel sowie mehrere Planken komplett erneuert werden.
Alles oberhalb der Wasserlinie – einschließlich der Spanten und des Motorrahmens – ist noch Original aus dem Jahr 1927. Mithilfe zahlreicher historischer Fotografien ließ sich zudem sehr genau nachvollziehen, wie die Altenrhein ursprünglich aufgebaut war und an welchen Stellen sich die einzelnen Elemente befanden.
Historisch bewahrt, behutsam angepasst
Zumindest alles, was von außen sichtbar war – denn obwohl eine historische Baubeschreibung erhalten geblieben ist, existieren keinerlei Aufnahmen der Kajüte im Innenbereich. Dennoch ermöglichten die vorhandenen Fotografien zusammen mit den Ausnehmungen im Spantgerüst eine erstaunlich genaue Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbildes. Das Ergebnis dieser aufwendigen Restaurierung können Sie heute selbst an Bord der MS Altenrhein erleben. Dazu laden wir Sie herzlich ein.
Als Zugeständnis an die heutige Nutzung für Vereins- und Gästefahrten wurde über dem Achterdeck ein Sonnen- und Schutzdach errichtet, welches sich stilistisch an den eleganten Commuter-Yachten der 1920er-Jahre orientiert. Auch die gesamte Linienführung und Konstruktion des Rumpfes greift die Formensprache dieser Epoche auf. Entworfen wurde die Altenrhein vom ehemaligen Dornier-Testpiloten Franz Diemer. Gebaut wurde das Schiff in der traditionsreichen Bodan-Werft in Kressbronn am Bodensee.
_1.jpg/picture-200?_=19eeee055db)
_1.jpg/picture-200?_=19eee7274f8)
_1.jpg/picture-200?_=19eee727110)





.jpg/picture-200?_=19c95716aa0)
